stiftung zur verleihung des JULIT:))) - junger literaturpreis für lesben und schwule
konfessionsfrei. humanistisch. liebevoll.
Gemeinnütziger Zweck:
Die FHS:))) wurde mit Datum vom 27. Mai 2009 als selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Köln anerkannt. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugendhilfe und der Kultur, und zwar konkret die Förderung der Emanzipation und des Selbstwertes von lesbischen und schwulen Jugendlichen (bis zum vollendeten 25. Lebensjahr) durch die jährliche Verleihung eines mit insgesamt 850 Euro dotierten Literaturpreises, des JULIT:))) – junger literaturpreis für lesben und schwule.
Prämiert werden die drei besten Geschichten, welche die gemeinsame Bürgerrechtspolitik oder gemeinsame Projekte oder selbstbewusste Freundschaft von Lesben und Schwulen zum Thema haben. Die Geschichten müssen konfessionsfrei und den ethischen Werten der Aufklärung und des Humanismus verpflichtet sein. Näheres, sowie die Teilnahmebedingungen finden Sie auf der homepage: www.julit-preis.de
Konfessionsfreie, religionsfreie, gottfreie Menschen werden von religiösen Menschen häufig abwertend bezeichnet: „a-theistisch“, was wie „a-sozial“ klingt, „un-gläubig“, was nach „Un-Wetter“ und „Un-Glück“ klingt, „gott-los“, was nach „werte-los“ klingt. Immer wird nahe gelegt, das Religiöse sei das Frühere, Eigentliche, Gute, und das Konfessionsfreie das „a-„, „un-„ oder „-los“. Einspruch! Es verhält sich vielmehr so, dass die beiden Grundwerte menschlicher Ethik, Gerechtigkeit und Menschenliebe, nicht den Religionen entstammen. Das weist 1840 der Philosoph Arthur Schopenhauer nach in seiner Preisschrift über das Fundament der Moral (Gesammelte Schriften: „Die beiden Grundprobleme der Ethik – Beantwortung der Frage der Königlich-Dänischen Gesellschaft nach der Quelle und Grundlage der Moral“). Sie entstammen der angeborenen menschlichen Empathiefähigkeit, also der Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Daher müssen sich auch die Religionen an diesen beiden Werten messen lassen.
Ist es gerecht und liebevoll, zu verlangen, dass Frauen keine Entscheidungspositionen besetzen dürfen? Ist es gerecht und liebevoll, wenn verlangt wird, „die Frau schulde dem Mann Gehorsam“, weil ein behaupteter Gott das so verlange?
Gleichgeschlechtliche Liebe als „Sünde“ zu bezeichnen, ist in keinem Fall gerecht und liebevoll, es ist Gewalt gegen Lesben und Schwule. Denn wer gleichgeschlechtliche Liebe als „Sünde“ bezeichnet, hat ja Bestrafungsphantasien für Lesben und Schwule. Im behaupteten Jenseits werden die „Sünder“ ja bestraft, ewig und damit wesentlich unmenschlicher, als jedes irdische Gericht es könnte. Diese Einstellung ist psychische Gewalt gegen Lesben und Schwule. Und psychische Gewalt ist nicht weniger verletzend oder tödlich als körperliche. Es ist diese menschenverachtende Einstellung, die im wesentlichen mit verantwortlich ist für die viermal so hohe Selbstmordversuchsrate bei lesbischen und schwulen Jugendlichen. Ich spreche den Religionen das Recht ab, die Menschenrechtsverletzungen zu rechtfertigen, die in ihrem Namen geschehen.
Aber es gibt doch auch Gerechtigkeit und Menschenliebe bei religiösen Menschen? Unbestreitbar. Aber sie haben diese Werte weder erfunden noch gepachtet und auch nicht das Recht, anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben.
Haben die Religionen vielleicht Angst davor, dass wir feststellen, dass wir sie gar nicht brauchen?
Aber brauchen Menschen nicht auch Träume und Visionen? Hier haben sie die Vision der Frank Hichert Stiftung: Eine Welt, in der kein gleichgeschlechtlich liebend veranlagter Mensch mehr um sein Leben fürchten muss, eine Welt, in der es in keinem Land mehr menschenrechtswidrige Gesetze gegen Lesben und Schwule gibt, eine Welt, in der keine Religion mehr ungestraft behaupten darf, gleichgeschlechtliche Liebe sei „Sünde“, eine Welt, in der alle Entscheidungspositionen hälftig von Frauen und Männern besetzt sind, eine Welt, in der der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern Null Euro beträgt, eine Welt, in der Gerechtigkeit und Menschenliebe die Grundlage der Gesellschaft bilden und Ethik nicht länger mit Religion verwechselt wird.
An der Verwirklichung dieser Vision mitzuarbeiten, ist der Gründungsgedanke für die FHS:)))
Persönliche Begründung für die FHS:)))
Ich bin der Ansicht, ein schwuler Mann, der die 45 überschritten hat, kann gefälligst etwas an den lesbischen und schwulen Nachwuchs weitergeben. Dafür braucht man ihn nicht zu loben. Wenn ich heterosexuell wäre, hätte ich gerne leibliche Kinder, am liebsten vier oder fünf. Es ist nicht besonders glaubwürdig, wenn wir von der Politik ständig finanzielle Unterstützung für junge Lesben und Schwule fordern (was richtig ist) und dann selber nichts weitergeben wollen an die nächste Generation.
Junge Lesben und Schwule sind nicht meine biologischen Kinder, aber meine logischen.
Ich wünsche mir noch viele weitere konfessionsfreie, humanistische BürgerInnenstiftungen für Köln. Eine Stadt muss mehr sein als die Bewahranstalt ihrer einstigen Größe.
Frank Hichert
Stifter und Vorstandsvorsitzender
Konto: 190 237 2158 bei der Sparkasse KölnBonn BLZ 370 501 98
(Spenden sind steuerlich abzugsfähig)
(lt. Vorläufiger Bescheinigung des Finanzamtes Köln Mitte vom 22.06.2009)
